• Impressum
  • Suche

Angeles Katzenhilfe

Hilfe für spanische Strassenkatzen
Hauptmenü
  • Home
  • Principe
  • Ninas News
  • Team
  • Tierheim
  • Zuhause gesucht
  • Patenschaften
  • Happy End
  • Unvergessen
  • Vermittlungsinfos
  • Ihre Hilfe
Lesenswert
  • Stöberecke
  • KatzenKUNST
  • Katzen anderer Vereine
  • Geschenke
  • Homestories
  • Wissenswertes
  • Links
Home Homestories Santos und Blas
Sonntag, den 26. April 2009 um 10:47 Uhr |

 

 

Die Geschichte von Santos, Blas (Pedro) und Pepito

 

Nachdem im Herbst 2007 leider zwei von meinen Katzen wegen Krankheit eingeschläfert werden mussten, habe ich den Entschluss gefasst, dass meine nächste(n) Katze(n) vom Auslandstierschutz kommen sollte(n). Also durchforstete ich das Internet, was sich nicht als sonderlich schwierig gestaltete. Es gab und gibt so viele heimatlose Katzen besonders aus Spanien aber auch aus anderen südeuropäischen Ländern – das „Angebot“ war enorm.

 

Die Geschichte von Santos, Blas (Pedro) und Pepito

 

 

Schließlich entschied ich mich für SANTOS, einen kleinen ca. 6 Monate alten Siammix – Kater mit großen blauen Augen, der als hinkender Streuner von der Straße aufgelesen worden war. Ich füllte das email-Kontaktformular aus, schickte es weg und bekam auch kurzfristig eine Rückmail von Ivonne der deutschen Vermittlerin.
Einige Tage später telefonierten wir und sie erzählte u.a. von Angeles und den vielen Katzen, die sie auf der Finca ihrer Eltern beherbergt: ausgesetzte Streunerchen von der Straße, Abgabetiere vom Tierarzt, Privatabgaben usw. – ich fühlte mich sofort in meinem Entschluss bestätigt, einer spanischen Katze ein Zuhause zu geben. Und ich ahnte damals bereits, dass das nicht meine erste und letzte Katze aus Spanien sein würde: ein zweiter Kandidat fiel mir ins Auge, BLAS (jetzt PEDRO), ein kleiner blau-grauer Kater ca. 3 Monate alt. Er sollte vom Tierarzt eingeschläfert werden, weil er „über“ war. Das hat dieser aber (Gott sei dank) nicht getan!

 

Ivonne bat mich, in den nächsten Tagen ein paar Fotos zu schicken von meinem Heim, d.h. von der Umgebung, in der SANTOS und BLAS evt. zukünftig leben würden.
Nach einigen Tagen hatte ich alle Bilder zusammen von der katzengerecht eingerichteten Wohnung mit eingenetzter Loggia und vom Freigehege im Garten, das vom Haus aus per Katzenklappe zugänglich ist.
Die Fotos mit einigen erläuternden Texten dabei habe ich dann Ivonne zu gemailt. Die positive Rückmeldung von Angeles aus Spanien und von Ivonne aus Deutschland ließen dann nicht
lange auf sich warten. Wunderbar. Dann der nächste Schritt: die Vorkontrolle.


Ivonne teilte mir mit, dass eine Mitarbeiterin eines befreundeten Tierschutzvereins bei mir die Vorkontrolle durchführen wird, die nicht sehr weit von mir entfernt wohnt. Diese würde sich in Kürze bei mir melden zwecks Terminvereinbarung. Einige Tage später stand der Termin und auch die Vorkontrolle ging problemlos über die Bühne. Die Wohnung wurde kurz begutachtet und für katzengerecht befunden, danach unterhielten wir uns noch einige Zeit und ich erfuhr Einiges über ihre Tierschutzarbeit in Italien.
Soweit so gut, jetzt musste nur noch eine Transportmöglichkeit für die beiden Katerchen gefunden werden, d.h. entweder Landtransport oder Flieger. Darum kümmerte sich natürlich ebenfalls Ivonne. Am 15.12.07 war es dann soweit, SANTOS und BLAS sollten auf dem Landwege zu uns kommen. Sehr nette Urlauber hatten sich bereit erklärt, die beiden Jungs mitzubringen. Sie nahmen auch noch drei andere Tiere mit, die bereits von ihren neuen Besitzern in Deutschland erwartet wurden.

 

Wir trafen uns alle an dem vereinbarten Treffpunkt und warteten gespannt auf die Ankunft unserer Tiere. Dann endlich sahen wir das Wohnmobil. Das Ehepaar war sehr freundlich. Wir konnten unseren Tieren ansehen, dass sie eine lange Reise hinter sich hatten, aber trotzdem waren sie erstaunlich ruhig. Das erste Mal sah ich die beiden, die ich ja bislang nur von Fotos aus dem Internet kannte!
Diesen Augenblick vergisst man wohl nie wieder.
SANTOS machte einen sehr munteren Eindruck, BLAS hatte sich in die hinterste Ecke gedrückt und versuchte sich unsichtbar zu machen. Schnell nahm ich  die Impfpässe entgegen und dann ab nach Hause mit den beiden. Ich bin sehr froh, dass es so hilfsbereite Menschen gibt, denn
ohne sie hätten wir sehr lange darauf warten müssen, bis sich eine Möglichkeit ergeben hätte, dass die beiden fliegen können.


Da ich außer den beiden Neuankömmlingen noch vier weitere Katzen in der Wohnung laufen hatte, habe ich die beiden erstmal von den anderen separiert, damit sie erstmal in Ruhe alles das machen konnten, was ihnen in den letzten Stunden nicht möglich war: fressen, trinken, auf`s Klo gehen, schlafen. Die Separierung hatte leider noch einen weiteren Grund: die beiden hatten
einen ansteckenden Hautpilz, der es unmöglich machte, sofort alle zusammen laufen zu lassen. Also konnten sich alle erstmal nur auf Distanz begucken, es gab einiges Fauchen und Knurren, was sich mit der Zeit jedoch legte. Nachdem der Pilz unter Kontrolle war und sich glücklicherweise keine
weitere Katze angesteckt hatte, stand der endgültigen Zusammenführung nichts mehr im Wege.
Dies ist jetzt alles ein Jahr her und BLAS, der heute PEDRO heißt, ist ein vollwertiges Mitglied meiner Katzengruppe. Ein kleiner wilder Clown, der überall dabei sein muss und sein Spielzeug apportieren kann. Ich möchte ihn niemals mehr missen!

 

Mit dem kleinen SANTOS meinte es das Schicksal nicht so gut. Ca. 4-5 Wochen nach seiner Ankunft bemerkte ich, dass SANTOS` Bauch merkwürdig rundlich wurde, obwohl er nicht mehr fraß als sonst. Vielleicht hatte er Würmer? Also bin ich mit ihm zu meiner Tierärztin, die ihm eine Wurmkur injizierte. Innerhalb einer Woche hätte der Bauch verschwunden sein müssen, wenn die Ursache Würmer gewesen wären. Der Bauch blieb aber. Im Gegenteil er wurde noch größer. Also wieder zur Tierärztin, die daraufhin Ultraschall machte. Die niederschmetternde Diagnose: Flüssigkeit im Bauch, Verdacht auf FIP (=feline infektiöse Peritonitis, eine Viruserkrankung die praktisch immer tödlich endet. Bauchwassersucht ist eine typische Form von FIP. Hervorgerufen durch Coronaviren, die ca. 80% aller Katzen in sich tragen, ohne krank zu werden, die jedoch z.B. bei Stress mutieren können und zur tödlichen FIP-Variante werden)!
Die Ergebnisse der daraufhin eingeleiteten Blutuntersuchungen erhärteten den Verdacht noch. In den folgenden Wochen nahm der Bauchumfang kontinuierlich zu, es ging ihm aber soweit noch ganz gut. Ich meiner Verzweiflung versuchte ich noch diverse homöopathische Mittelchen, deren Wirkung aber leider ausblieb. Als er schließlich aufhörte zu fressen und es ihm sichtlich schlechter ging, bin ich mit ihm das letzte Mal in die Praxis. SANTOS ist am 13.02.08 über die Regenbogenbrücke gegangen, knapp zwei Monate nach seiner Ankunft in Deutschland.

  • Click to open image! ALBUM ALBUM
  • ALBUM ALBUM
  •  

Das war spanische Katzen Teil I…und der II. folgt sogleich:

 

Ca. zwei Monate später, als ich mal wieder auf Angeles Katzenseite schaute, entdeckte ich einen jungen Kater, in den ich mich sofort verguckt habe: PEPITO, ein ca. acht Monate alter Snowshoe-Mix(?). In der Beschreibung stand, dass er einen Nabelbruch hatte und deshalb von der Straße geholt wurde, damit dieser operiert werden konnte. Er wäre verträglich mit Artgenossen und sollte gesicherten Freigang haben evt. in einem „Freigehege“! Das war mein Stichwort!


Sofort schrieb ich eine Mail an Ivonne, die mich daraufhin anrief und mir alles über Pepito erzählte, was sie wusste. Auch dass er noch sehr scheu sein sollte. Das sah ich aber nicht als Hindernis an, ich hatte schon viele Katzen zahm gemacht, wieso sollte das mit PEPITO nicht auch klappen? Da es jedoch noch andere potenzielle Interessenten für PEPITO gab, dauerte es noch einige Zeit, bis ich die endgültige Zusage für ihn bekam. Die Vorkontrolle konnte diesmal entfallen, die letzte war ja erst ein halbes Jahr her.
Die Möglichkeit des Flugtransports entfiel in diesem Fall auch, weil Angeles ihn am Flughafen für die Sicherheitskontrollen aus der Box hätte nehmen müssen. Und das ist bei einer scheuen Katze natürlich ein riskantes Unterfangen. Also war klar, auch für  PEPITO brauchten wir eine Möglichkeit, auf dem Landweg reisen zu können.

 

Das sollte aber noch bis Ende Juni 08 dauern, weil er zwischenzeitlich noch die nötigen Impfungen erhalten musste und mit einer Giardieninfektion (Einzeller, die Darmentzündungen und starke Durchfälle auslösen können) zu kämpfen hatte. Wir hatten wieder Glück und es fanden sich erneut nette Urlauber, die mit dem Wohnmobil unterwegs waren. Sie haben selber spanische Tiere bei sich aufgenommen und waren deshalb bereit zu helfen. Mit Pepito reisten noch eine andere Katze und zwei kleine Hunde. Wir trafen uns an einem ruhigen Ort abseits der Autobahn. Unterwegs war die Familie in einen Stau geraten, so dass wir diesmal länger warten mussten. Die Zeit verging aber recht schnell, da wir mit den anderen Familien, die auch auf ihre Tiere warteten, Erfahrungen austauschten.

 

 Als ich Pepito endlich zu Hause hatte, kam er auch erstmal in Quarantäne. Erstens um ihm die nötige Ruhe zu gönnen und zweitens können durch den Transportstress ja alle möglichen „Krankheiten“ wach gerüttelt werden, die ansonsten nicht zum Tragen gekommen wären. Und falls er irgendetwas ausbrüten sollte, ist es einfacher mit Medikamenten zu hantieren, wenn die noch fremde, scheue Katze nicht die ganze Wohnung zur Verfügung hat. Zu Anfang war er wirklich sehr scheu, ließ sich nicht gern anfassen und wenn er die Box sah, kam regelrecht Panik auf. Aber auch das wird sich mit der Zeit geben, dessen war ich mir sicher.
Dann nach zwei Tagen stellte sich heftiger Durchfall ein, tierärztlicher Befund: die Giardien waren wieder da! Na super! Das heißt Medikamente geben: zuerst Panacur versucht, 1x täglich geschmacksneutrale Tablette zerbröselt und unters Futter gemischt – funktionierte wunderbar aber der Durchfall blieb. Dann mit Medronidazol weiter: 2x täglich übel schmeckende Tablette direkt ins Mäulchen geben – Stress pur für den armen Kater. Aber die Giardien waren weg! Danach noch zwei Wochen Schonkost zwecks Darmsanierung und PEPITO war wieder voll im Leben.

 

Das alles ist jetzt auch wieder ein halbes Jahr her, PEPITO ist sehr zutraulich geworden. Er lässt sich ohne Probleme streicheln, er kommt wenn man ihn ruft, nur auf den Arm nehmen findet er nicht so toll. Mit PEDRO spielt und tobt er durch die Wohnung, dann wird auf nichts und niemanden Rück-sicht genommen. Seit einigen Wochen schläft er sogar mit im Bett und zwar unter der Bettdecke! Daran sieht man, auch zu Anfang sehr scheue Katzen können durchaus das Vertrauen in die Menschen bzw. ihren Menschen zurück gewinnen – es dauert nur einige Zeit. Leider nutzt er die Möglichkeit nach draußen ins Freigehege zu gehen (noch) nicht. Als wenn er vor dem Draußen-sein Angst hat, vielleicht hat er als kleines Kätzchen auf Spaniens Straßen so schlechte Erfahrungen gemacht, dass man hieran jetzt noch die Auswirkungen sieht. Aber zwingen werde ich ihn nicht, er muss von allein seine Angst überwinden. Aber auch dieser Moment wird irgendwann kommen.

 

Bis dato kann ich jedenfalls guten Gewissens sagen, es war absolut richtig, Tiere aus dem Ausland zu adoptieren, auch wenn es zeitweise sehr pflege- und auch kostenintensiv war. Aber das, was man von den Tieren an Zuneigung und Vertrauen zurückbekommt, steht in keinem Verhältnis zum erbrachten Aufwand! Und ich bin mir ganz sicher, dass meine nächste Katze auch wieder aus Spanien bzw. aus einem Land kommen wird, in dem Tierschutz noch nicht die Bedeutung hat wie in Deutschland.

 

Hiermit möchte ich auch Ivonne und allen anderen Vermittlern und Ehrenamtlichen der Angeles-Katzenhilfe meinen Dank und meinen Respekt für ihre Arbeit aussprechen, es gab immer eine gute Kommunikation und Ivonne als meine Ansprechpartnerin stand mir immer mit Rat und Tat zur Seite. Zu Angeles kann ich nur sagen, dass ich wirklich meinen Hut vor ihr ziehe. Solchen Menschen, die sich mit Leib und Seele dem Tierschutz verschrieben haben, wünsche ich von ganzem Herzen die Kraft um weiter zu kämpfen, trotz aller Steine, die man ihnen so oft in den Weg legt.

 

Dies war eine lange Geschichte, aber wenn sie auch nur einem Menschen hilft, sich für ein Tier aus dem (Auslands-)Tierschutz zu entscheiden, ist schon viel gewonnen.

 

Gruß
Sabine Wenke

 

< Zurück   Weiter >
 

Copyright © 2009 by ANGELES-KATZENHILFE.DE
Alle Rechte reserviert.